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Antoniuskapelle feierlich eingeweiht

Großes Lob für zeitgemäßes Bauwerk der Schierlinger Architektin Claudia Kerscher

Einblick: Im Innern strahlt die Kapelle Schlichtheit und Ruhe aus
Einblick: Im Innern strahlt die
Kapelle Schlichtheit und Ruhe aus
    

Schierling, 23. 09. 2000. "Von meinem Gefühl her ist sie wunderschön geworden!". So bestätigte Pfarrer Hans Bock der jungen Architektin Claudia Kerscher ganz offiziell, was auch die 300 Teilnehmer an der Einweihung der neuen Antoniuskapelle zum Ausdruck brachten. Der Pfarrer wünschte, "dass dieses kleine Heiligtum für viele auch ein Wegweiser zu Gott sein möge!".

Voll des Lobes über das gelungene kleine Bauwerk an der Haupterschließungsstraße im neuen Wohnbaugebiet "Antonileit'n" waren die vielen Teilnehmer an der Feier und dem Festakt. Die ökumenische Segnung nahmen die Pfarrer Hans Bock und Wolfgang Lahoda gemeinsam vor. Sie machten deutlich, dass Wegkreuze, Marterl und Kapellen Wegweiser sind, die Orientierung geben auf dem Weg durchs Leben. Pfarrer Bock wertete den von der politischen Gemeinde angeregten und finanzierten Bau auch als ein Zeichen, "dass der Glaube in unserer Gemeinde noch lebt". Er dankte dem Bürgermeister und den Mitgliedern des Marktrates für ihre Entscheidung. Besonders dankte er Ernst und Getraud Buchner, die die alte Antoniusfigur stifteten, die in der im Jahre 1960 abgerissenen alten Antoniuskapelle gestanden hatte.

Segnung für die Antoniuskapelle mit dem Durchblick zur Pfarrkirche
 Segnung für die Antoniuskapelle
mit dem Durchblick zur Pfarrkirche

Bürgermeister Otto Gascher sprach von einem seltenen Ereignis für eine Gemeinde und vermutete, dass in der jetzigen Zeit ein Gebäude wie die alte Antoniuskapelle (erbaut im Jahre 1820) nicht mehr "ohne aufzumucken" einfach abgerissen würde, wie das im Rahmen der Flurbereinigung geschehen war. Er erinnerte daran, dass sich besonders auch der verstorbene Marktrat Gotthard Kindler für die Planung der neuen Kapelle stark gemacht hatte. "Wir wollten eine schlichte aber zeitgemäße Architektur", so der Bürgermeister und auch er bescheinigte Claudia Kerscher, dass ihr das sehr gut gelungen ist. Er dankte der Architektin dafür, dass sie ihr gesamtes Honorar gespendet hat und er lobte die Handwerker, die ebenfalls zum Teil weniger verlangt haben. Als einen Glücksfall sah es Gascher an, dass die alte Figur ermittelt werden konnte und dass sie die katholische Pfarrei fachgerecht restaurieren ließ. Er dankte ebenfalls der Gemeindeverwaltung und da besonders Bauamtsleiter Max Berger für das Engagement zugunsten der Kapelle. Gascher vermutete, dass die bewilligten 60000 Mark Baukosten nicht ganz erreicht werden würden.

 Bürgermeister Otto Gascher bei der Festansprache
Bürgermeister Otto Gascher bei der Festansprache
 
Die alte Antoniusfigur in der Kapelle
Die alte Antoniusfigur stellt die
Verbindung zwischen der
ursprünglichen und der
neuen Kapelle dar
   

Als eine "wirklich große Ehre" sah es die Architektin Claudia Kerscher an, die Kapelle planen und bauen zu dürfen, denn nicht jedem Architekten wiederfährt in seinem Leben so ein Ereignis. Sie berichtete davon, dass es ihr am Anfang nicht leicht gefallen ist und sie deshalb drei "normale" und einen "etwas frecheren" Entwurf vorgelegt hat. Claudia Kerscher freute sich sehr, dass sich der zeitgemäße Entwurf bei Gemeinde und Pfarrei sehr rasch durchgesetzt hat. Als Grundideen erläuterte sie die Ausrichtung von Osten nach Westen, die Verwendung der zeitgemäßen Materialien Stahl, Glas und Stein sowie die glatten Formen ohne Verzierungen. "Man soll sehen, dass die Kapelle im Jahre 2000 gebaut wurde!", so Claudia Kerscher. Die Außenfarbe war nach den Worten der Architektin schwierig auszuwählen und sorgte für die meisten Diskussionen. Das kräftige rost-rot wurde gewählt, um sich eindeutig vom Gelbton der Kirche und den meist hellen Wohnhäusern im Baugebiet abzuheben. Als "Glücksfall" sah sie es an, dass die alte Antoniusfigur in das Zentrum der Kapelle gestellt werden konnte. Sie dankte der Gemeinde und der Pfarrei für das Vertrauen sowie den Handwerkern für die gute Arbeit. Sie wünschte viele Besucher beim heiligen Antonius, "die ihn um Hilfe bitten oder sich bei ihm einfach ein bisserl ausruhen möchten", so Claudia Kerscher.

Besichtigung nach der Einweihung
Gut 300 waren schon bei der Einweihung am heiligen Antonius interessiert
 
SeitenanfangFotos: Wallner@

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