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"Platz" statt "Park"

Sitzung des Marktgemeinderates vom 1. 12. 2000



Der sog. "Piendl-Park" wird multifunktionale Fläche
Ergebnisse der Bürgerbeteiligung umgesetzt und beschlossen


Fritz Wallner, Schierling
Schierling. 2.12.2000. Aus dem "Piendl-Park" wird ein einheitlich gestalteter Platz mit vielfältigen Funktionen. Der von Architekt Manfred Machalitzky aufgrund der bei der Bürgerbeteiligung geäußerten Anregungen und Wünsche erstellte Plan dafür wurde von der Vorstandschaft der Teilnehmergemeinschaft Dorferneuerung einstimmig und vom Marktrat mehrheitlich genehmigt.
Konzept des Piendl-Platzes
Das Konzept des neuen "Piendl-Platzes"
 
Der gemeinsamen Sitzung von Dorferneuerung und Marktrat war am 23. Oktober eine intensive Bürgerbeteiligung vorausgegangen. Es waren dazu eingeladen die Eigentümer und gewerblichen Mieter rund um den "Piendl-Park" sowie die Vorstandschaft der Teilnehmergemeinschaft Dorferneuerung und die Fraktionssprecher im Marktrat. Ziel der Bürgerbeteiligung war es, einen für alle Gruppen tragfähigen Kompromiss für die Neugestaltung des Platzes zu finden.
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Intensive Bürgerbeteiligung
Es wurden die Ideen und Wünsche der Bürger zusammengetragen, diskutiert und auf einem Plan grob eingetragen. Besprochen wurden alle wichtigen Themen, insbesondere die Anforderungen an den fahrenden Verkehr, die Parkflächen, die fußläufigen Zonen und an die Aufenthaltsbereiche. Der Architekt Manfred Machalitzky wurde daraufhin beauftragt, die Vorstellungen, Gedanken und Wünsche der Bürger in ein schlüssiges Konzept zu übertragen und dem Marktgemeinderat sowie dem Vorstand der Teilnehmergemeinschaft Schierling III zur Entscheidung vorzulegen.
Es handelte sich um die erste Art einer solchen Planung, dass nämlich nach jahrelangen - eher unverbindlichen - Gesprächen und aufgrund unterschiedlichster - meist nicht konkret geäußerter - Forderungen jetzt die Bürger alle wichtigen Aspekte diskutierten und zu einem tragfähigen Kompromiss kamen.
Angeregte Diskussion der Bürger
Bei der Bürgerbeteiligung war um die einvernehmliche Lösung konstruktiv gerungen worden
 
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Die entscheidenden Vorgaben berücksichtigt
Dieser Kompromiss stellt ein - ebenfalls immer wieder gefordertes - Gesamtkonzept dar, das sowohl
  • den Belangen der angrenzenden Wohnbevölkerung,
  • den Interessen der Einzelhändler,
  • den Anforderungen der angrenzenden Landwirtschaft,
  • der notwendigen Sicherheit für Fußgänger und Autofahrer im Verkehr,
  • den Bedürfnissen insbesondere der jungen Menschen und
  • der Erhaltung eines bunten, sympathischen Lebensraumes im Ortskern gerecht wird.
Die entscheidende Änderung gegenüber der in den letzten Jahrzehnten bekannten Gestalt der Fläche wird sein, dass es sich nicht mehr um einen "Park" (der die Fläche tatsächlich nie war) sondern um einen "Platz" handelt. Es soll eine durchsichtige Fläche geschaffen werden, die einen wichtigen Teilschritt auf dem Weg zur deutlichen Verbesserung des Ortsbildes darstellt.
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Ideen im Plan verwirklicht
Architekt Machalitzky hatte die Aufgabe, das Ergebnis nach Rücksprache mit den entscheidenden Behörden fachlich umzusetzen. Die entscheidenden Punkte waren, dass die Zusammenführung der Loiblstraße mit der Straße Am Anger entschärft wird, es Parkflächen, fußläufige Zonen und Aufenthaltsbereiche gibt. Der zukünftige Platz sollte durchsichtiger werden und es soll in Teilen der Fahrverkehr mit PKW aber auch mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen möglich sein. Die Teilnehmer an der Bürgerbeteiligung bescheinigten dem Architekten, dass der Plan mit der Vereinbarung bei der Bürgerbeteiligung identisch ist. In der Diskussion ging es um die Verschiebung einer Litfass-Säule verschieben, um die ökologisch sinnvolle Ableitung des Regenwassers, um den Anteil der Rasenflächen und um den Pflasterbelag sowie um die Berücksichtigung der Interessen der jungen Leute, die derzeit sehr stark den Platz frequentieren.
Skizze Liftfasssäule und Sitzsteine
Die "Sitzsteine" sollen ein besonderes gestalterisches Element bilden
 
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Die vier großen Bäume bleiben erhalten
Vorstandsvorsitzender Josef Wunderer von der Dorferneuerung erinnerte daran, dass die vier großen Linden - auch mit Zustimmung der Bürger - auf alle Fälle stehen bleiben werden. Die Bürgerbeteiligung nannte er "ein effektives moderiertes Gespräch". Manfred Machalitzky machte deutlich, dass der Wechsel vom "Park" zum "Platz" schon zu erkennen gibt, "wie sich die Dinge im Diskussionsprozess verändert haben". Er schlug vor, die etwa 2200 Quadratmeter große Fläche mit einem einheitlichen Naturstein zu gestalten, bei dem die verschiedenen Strukturen die unterschiedlichen Funktionen verdeutlichen. Insbesondere regte er an, die Fahr- und Parkbereiche mit Pflaster zu belegen, während die Hauptfußgängerbereiche mit Platten ausgestattet werden sollten, um die Bequemlichkeit zu fördern. Er verwies darauf, dass dieser Platz südlich der Laber die gleiche Qualität hat wie der Rathausplatz. Und er meinte, dass in den nächsten Jahren am Rathausplatz eine deutliche Qualitätsverbesserung erfolgen wird, die jetzt schon auf den "Piendl-Platz" Auswirkungen haben soll. Außerdem stellte Machalitzky den Ausbau der Nikolaigasse sowie die vorgesehenen Maßnahmen vor der Benefiziumskirche St. Nikola dar.
Platz vor St. Nikola
Der Vorschlag für den Platz vor St. Nikola
 
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Die Kosten
Architekt Machalitzky bezifferte die grob geschätzten Kosten für die Neugestaltung des "Piendl-Platzes" auf gut 700.000 Mark zuzüglich Mehrwertsteuer. An festen Kosten sind darin 203.000 DM für den Unterbau, die Entwässerung und Beleuchtung enthalten sowie 100.000 DM für die Ausstattung mit Sitzsteinen, Bänken, einem Brunnen, Infotafel, dem Versetzen des Turnerdenkmals und Kinderspieleinrichtungen. Außerdem sind 15.000 Mark für die Behandlung der großen Bäume und Neuanpflanzungen vorgesehen. Für Granitpflaster und -platten sind jetzt 392.000 Mark in der Kostenschätzung. "Wir müssen die Kosten noch deutlich reduzieren", machte Bürgermeister Gascher deutlich. Er erhoffte sich insbesondere günstige Ausschreibungsergebnisse. Über die Dorferneuerung ist mit einem Staatszuschuss von etwa 50 Prozent zu rechnen. Für den Bereich um St. Nikola und die Nikolaigasse "als einer der wichtigsten und sichersten Fußwegverbindungen im Ort" (Otto Gascher) sind knapp 200.000 Mark vorgesehen.
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Rückblick auf die Bürgerbeteiligung
Vereinbarte Anforderungen im Detail
Bei der Bürgerbeteiliung waren Eckpunkte vereinbart worden für den
Verkehr: Einmündung Am Anger entschärfen, trotzdem Parkmöglichkeit erhalten, Fahrverkehr für PKW und Landwirtschaft ermöglichen, Ausfahrt bei Geiger muß bleiben, fußläufige Zonen einplanen, An der Nordseite von Am Anger eine Querungshilfe auf der Staatsstraße einplanen.
Ruhender Verkehr: Parksituation verbessern, Parkbuchten entlang der Staatsstraße, Parkmöglichkeit vor Inkoferer erhalten.
Aufenthaltsqualität: Geschlossene Platzfläche, 4 Bäume erhalten, in einer Ebene den Platz gestalten, Gliederung der Funktionen durch Materialien gestalten, Kernzonen sollen autofrei bleiben, Beleuchtung vorsehen/verbessern, Ruhebänke/Sitzmöglichkeiten erhalten, kultureller Mittelpunkt, Info-Einrichtung schaffen.
Plakat VerkehrPlakat ruhender VerkehrPlakat Aufenthaltsqualität
Die Anforderungen im Detail wurden bei der Bürgerbeteiligung auf Plakaten festgehalten
 
"Ich muss nicht eine kleine Wiese haben und das dann als Park bezeichnen", hatte ein Teilnehmer beim Bürgergespräch deutlich gemacht. "Moderner" sollte die Fläche werden und "geschlossener", hatte sich ein anderer gewünscht.
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Fotos: Wallner

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