Helmut Saßmann erhielt den Umweltpreis 2000 |
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Er kümmert sich in Oberdeggenbach seit 18 Jahren um Mehlschwalben |
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| Schierling, 14.07.2000. Der Oberdeggenbach Helmut Saßmann wurde auf einstimmigen Beschluss des Marktrates mit dem Umweltpreis 2000 ausgezeichnet. Bei der Übergabe in Anwesenheit der Mitglieder des Hauptverwaltungs- und Umweltausschusses hob Bürgermeister Otto Gascher hervor, dass sich Saßmann um etwa 40 Paare Mehlschwalben annimmt. | |||
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Der Vorschlag für die Preisverleihung war vom Bund Naturschutz gekommen. Der hatte darauf hingewiesen, dass
Saßmann den Mehrschwalben seit vielen Jahren optimale Lebensbedingungen schafft und dafür selbst finanzielle
Opfer bringt. "Er hat sich in vorbildlicher Weise um den Naturschutz verdient gemacht!", hieß es im
Vorschlagsschreiben. Diese Argumentation übernahm der Marktrat bei seiner Entscheidung und druckte sie auch
auf die Urkunde. Otto Gascher nannte es als besonders erfreulich, wenn sich Gemeindebürger deutlich über das
normale hinaus engagieren. "Mit der Auszeichnung verbinden wir den Dank für das schon geleistete und die
Bitte, auch in Zukunft nicht nachzulassen!", so Gascher. Außerdem sah er die Chance der Motivation für
andere Gemeindebürger. Er dankte dem BN-Ortsvorsitzenden Hans Strasser für den Vorschlag.
"Früher hot ma über D'schweiberl wos g'wußt!", so Otto Gascher, dem klar war, dass der Lebensraum der Mehlschwalben immer enger wird und deshalb der Mensch eingreifen soll. Saßmann dankte für den Preis und erläuterte, dass er im Jahre 1982 bei der Übernahme des elterlichen Anwesens ein Paar Mehlschwalben vorgefunden hat. In jedem Jahr kamen Paare dazu und er beobachtete, wie die Spatzen die Nester ausraubten und kaputt machten und der Bau der Nester immer schwieriger wurde, weil es nicht mehr genügend Baumaterial in Form von feuchtem Lehm gab. "Weil jetzt oft schon im Mai hohe Temperaturen herrschen, finden die Schwalben nicht genügend Material zum Bau ihres Nestes und deshalb werden sie nicht fertig", so Saßmann. Er kaufte deshalb fertige Nester für jeweils 36 Mark und bot sie den Vögeln an, die diese dankbar annahmen. So kamen jährlich weitere Paare hinzu, bis die Kolonie jetzt auf 40 Paare angewachsen ist. Er achtet sehr darauf, dass es für die Spatzen keine Möglichkeit gibt, an die Nester heranzukommen. Wenn die Schwalben ihren Rückzug nach Afrika angetreten haben, baut Saßmann wieder alles ab, säubert die Nester und seinen Hof bis zur Fassade des Hauses vom Schwalbendreck und wintert sie ein. Ausdrücklich machte Saßmann darauf aufmerksam, dass es sich bei den Mehlschwalben nicht um die Vögel handelt, die im Stall vor kommen. BN-Vorsitzender Hans Strasser dankte der Gemeinde für die Realisierung des Vorschlags und erklärte, dass der erste Hinweis von der Unteren Naturschutzbehörde beim Landratsamt gekommen sei. Saßmann erzählte, dass beim ersten Besuch des Naturschutzmannes dieser jauchzte, weil er noch nie vorher so viele Mehlschwalben auf einmal gesehen hatte. Der Umweltpreis ist mit 500 Mark dotiert. Stichwort: Mehlschwalben |
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Mehlschwalben haben eine Länge von 13 Zentimeter und eine Flügellänge von 10 - 12 Zentimeter. Ihr Lebensraum
sind menschliche Siedlungen und deshalb gelten sie als "Kulturfolger". Sie nisten in Kolonien außen
an Gebäuden unter der Dachkante, in Form einer geschlossenen Viertelkugel aus speichelvermengtem Lehm, in den
Gras- und Strohhalme eingearbeitet sind. Das Einschlupfloch ist etwa vier Zentimeter groß. Weil es wegen der
versiegelten Landschaft keine Lehmpfützen mehr gibt, sind die Mehlschwalben ganz aus den Städten und
teilweise auch schon aus den Dörfern verschwunden. Aus den Kulturfolgern wurden Kulturverfolgte. Kunstnester
- mehrere nebeneinander angebracht - werden von diesen Vögeln angenommen. Eine Alternative dazu ist, eine
ständig feucht gehaltene Lempfütze im Garten zu haben oder einen Gartenteich mit lehmigen Ufern. |
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