Vollversammlung des Dekanatsrats Alteglofsheim-Schierling
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Vertreter der 19 Pfarreien billigen weitgehend das von der Diözesanleitung vorgelegte Konzept -
tatsächliche Umsetzung ist nicht absehbar
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Schierling, 31.1.2002. "Ob wir wollen oder nicht, früher oder später müssen wir in den
sauren Apfel beißen und die Seelsorgeeinheiten werden kommen, weil die Priester immer weniger werden!".
So fasste der Thalmassinger Pfarrgemeinderatsvorsitzende Dietmar Breu die Diskussion bei der Vollversammlung
des Dekanatsrates der Katholiken Alteglofsheim-Schierling im Pfarrheim Mintraching zusammen. Das Gremium aus
Priestern und Laien der 19 Pfarreien, 4 Benefizien und 3 Exposituren einigte sich einstimmig auf ein Konzept
für die "Beschreibung von Seelsorgeeinheiten" und ordnete diese auch der zeitlichen
Realisierbarkeit zu.
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Beratungen bei der Vollversammlung des Dekanatsrats
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Dekanatsratsvorsitzender Fritz Wallner erklärte, dass von knapp der Hälfte der Pfarrgemeinderäte eine
schriftliche Stellungnahme zum Konzept der Diözesanleitung eingegangen ist, das Domvikar Dr. Franz Frühmorgen
und Dr. Johannes Frühwald-König vom bischöflichen Generalvikariat am 9. Oktober in Schönach vorgestellt
hatten. Wallner hatte diese und Erkenntnisse aus den bisherigen Gesprächen in einer sechsseitigen Vorlage
( hier abrufbar) zusammen gefasst, die alle Mitglieder
ausgehändigt bekamen. Aus den Stellungnahmen wurde nach Wallner generell klar, dass spätestens mit der
Bildung der Seelsorgeeinheiten hauptamtliche pastorale Mitarbeiter zur Verfügung stehen müssen, um die
personale Seelsorge auch nur annähernd aufrecht erhalten zu können. Außerdem sollen diese Hauptamtlichen
verteilt in den jeweiligen Pfarrsitzgemeinden wohnen, so dass sie wichtige Stützpunkte und Ansprechpartner
sein können. Insbesondere sollen auch die erst jüngst gebauten oder renovierten Pfarrhäuser weiterhin bewohnt
bleiben. Und schließlich ging es um den Wunsch und die Bitte, dass sich Ruhestandpriester zur Mithilfe in
solchen Seelsorgeeinheiten niederlassen, die viele Filialen haben werden. Dazu machte Pfarrer Dinzinger aus
Scheuer deutlich, dass niemand verpflichtet werden kann.
In der Diskussion ging es vor allem um die künftige Personalplanung in der Diözese.
Personalplanung Dauerthema der Zukunft
Der Köferinger Pfarrer Erich Maier sah in der Gewinnung von kirchlichen Mitarbeitern ein ständiges Thema
für die Zukunft. Angela Heindl aus Pinkofen erklärte, dass hauptamtliche Laien spätestens dann eingesetzt
werden sollen, wenn der Pfarrer weg ist und nicht mehr ersetzt wird. Gerwald Niebler aus Mintraching
wünschte, dass in der bereits gebildeten Seelsorgeeinheit Mintraching-Moosham als Pilotprojekt ein
pastoraler Mitarbeiter eingestellt wird. Fritz Wallner machte deutlich, dass zur künftigen Personalplanung
der Diözesanrat der Katholiken mit der Diözesanleitung in Kontakt treten wird. Gegenüber dem Vorschlag der
Diözesanleitung werde bei der geografischen Gliederung eine Änderung vorgenommen, und zwar soll
Riekofen-Schönach-Sünching nicht in einem Stück sondern in zwei Schritten verwirklicht werden. Einstimmig
beschlossen die 35 Mitglieder das Umsetzungskonzept, das jetzt noch von der Dekanatskonferenz behandelt
werden wird.
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Der Beschluss im Wortlaut
Die Vollversammlung des Dekanatsrates Alteglofsheim-Schierling beschließt folgende Stellungnahme zur
Beschreibung von Seelsorgeeinheiten:
1. Grundsätzliches
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Spätestens mit der Bildung der Seelsorgeeinheiten müssen den Pfarrern hauptamtliche pastorale
Mitarbeiter zur Verfügung gestellt werden, um die personale Seelsorge auch nur annähernd
aufrechterhalten zu können.
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Diese sollen in allen Pfarrsitzgemeinden wohnen und als wichtige Stützpunkte und Ansprechpartner dienen.
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Die zum Teil erst jüngst gebauten oder renovierten Pfarrhäuser in den jeweiligen
Pfarrsitzgemeinden sollen auch in Zukunft bewohnt werden.
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Für die gebildeten Seelsorgeeinheiten mit vielen Pfarreien und Filialen sollen weiterhin
Ruhestandspriester gefunden werden.
2. Geografische Gliederung
Es besteht grundsätzlich Einverständnis mit der geografischen Gliederung. Die Seelsorgeeinheit 5 sollte -
in Anlehnung an die Seelsorgeeinheit 2 - in 5 (Sünching) und 5a (Riekofen-Schönach) unterteilt werden.
3. Kategorisierung
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Umgesetzt ist bereits ein Teil der Seelsorgeeinheit 1 mit Mintraching und Moosham (2.266 Katholiken),
sowie
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die Seelsorgeeinheit 2 mit Hagelstadt und Langenerling (1.939 Katholiken).
Es sollen eingestuft werden in
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Kategorie 1 "sofort umsetzbar": keine Seelsorgeeinheiten
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Kategorie 2 "mittelfristig umsetzbar": die Seelsorgeeinheiten
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2a Alteglofsheim - Köfering - 3.938 Katholiken
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3 Hohengebraching - Matting - 3.751 Katholiken
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4 Thalmassing - Wolkering - 3.204 Katholiken
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5a Schönach - Riekofen - Mötzing - Dengling - 2.533 Katholiken
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6 Aufhausen - Pfakofen - Allkofen -
3.441 Katholiken
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Kategorie 3 "im äußersten Notfall umsetzbar": die Seelsorgeeinheiten
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1 Wolfskofen - Mintraching - Moosham - Scheuer -
3.472 Katholiken
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2 mit 2a Alteglofsheim - Köfering - Hagelstadt und Langenerling -
5.877 Katholiken
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5 Riekofen - Schönach - Sünching - Mötzing - Dengling -
4.333 Katholiken
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7 Schierling - Unterlaichling - Pinkofen - Wahlsdorf - Zaitzkofen
- Allersdorf - 6.157 Katholiken
4. Pfarrhäuser
Es soll dem Pfarrer überlassen bleiben wo er sich niederlässt.
Abstimmungsergebnis: 35:0 Stimmen
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Pfarrer Hans Bock, Dekan
von Alteglofsheim-Schierling
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Interview mit Dekan Hans Bock zum Beschluss
Nicht zuletzt aufgrund der sich abzeichnenden Verringerung der Zahl der Priester werden in Zukunft in der
ganzen Diözese Regensburg Pfarreien zu Seelsorgeeinheiten zusammen gebunden. Dekan Hans Bock vom Dekanat
Alteglofsheim-Schierling äußert sich in einem Interview zur konkreten Umsetzung der Planungen.
Frage: Herr Dekan, was heißt es, dass die Seelsorgeeinheiten jetzt "beschrieben"
werden?
Dekan Bock: Es soll damit zum Ausdruck kommen, dass wir mit unserer Planung Vorsorge
treffen für die Zukunft. Jetzt schon wollen wir klar den Gläubigen als Perspektive geben, welche Pfarreien
in Zukunft zusammen gehören und sich einen Pfarrer teilen werden.
Frage: Bis wann ist mit einer Umsetzung des Konzepts zu rechnen?
Dekan Bock: Die Umsetzung wird wahrscheinlich immer aufgrund einer sich konkret ergebenen
Situation Zug um Zug erfolgen. Etwa weil ein Pfarrer in eine andere Pfarrei wechselt und die frei gewordene
Stelle nicht mehr besetzt werden kann. Oder weil ein Pfarrer in Pension tritt oder auch stirbt. Für diese
Fälle soll klar sein, wer dann die Nachfolge antritt und wer in Zukunft zusammen gehört. Wir wünschen uns
natürlich, dass wir im Dekanat Alteglofsheim-Schierling noch sehr lange die derzeitige Zahl von Priestern
halten können und so Seelsorgeeinheiten erst spät tatsächlich gebildet werden müssen.
Frage: Wer hat in einer Seelsorgeeinheit in Zukunft das Sagen?
Dekan Bock: Das ist vielleicht unsere schwierigste Herausforderung für die Zukunft. Es
geht nicht um die Durchsetzung von Ansprüchen oder um die Frage, wer in einer Seelsorgeeinheit das Sagen
hat. Wichtig ist in Zukunft immer noch mehr, dass die Priester und Laien bereit sind zur Zusammenarbeit,
zur Rücksichtsnahme aufeinander und zur tatkräftigen Mitarbeit. Das Priesterbild der Zukunft wird sich
anders aussehen. Das allgemeine Priestertum, das allen Gläubigen durch die Taufe gegeben ist, wird mehr in
den Vordergrund rücken.
Frage: Wo werden bei geringerer Zahl der Priester die Messfeiern stattfinden.
Dekan Bock: Es ist daran gedacht, dass am Sonntag in allen Pfarrkirchen die Messfeier
bleibt. Ob das immer lupenrein umgesetzt werden kann muss von Fall zu Fall entschieden. Und auch da ist es
unabdingbar wichtig, dass sich Priester und Gläubige in den Pfarreien und Pfarreien untereinander im
christlichen Geist der Liebe austauschen und Entscheidungen treffen. Ein Umdenken muss hier unter den
Gläubigen einsetzen. Die versorgte Gemeinde muss zur mitsorgenden Gemeinde werden. Da gibt es kein Recht im
eigentlichen Sinn, sondern da ist gegenseitiges Verstehen, aufeinander zugehen und der Wille zur
Verständigung entscheidend.
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Dekanatsrat wirft Blick in die Zukunft
"Die Strukturdiskussionen sind beendet und jetzt kann sich der neue Dekanatsrat voll der inhaltlichen
Arbeit widmen", freute sich Fritz Wallner nach der Entscheidung über die Seelsorgeeinheiten. Konkret
wurden für die Zukunft bereits die Vorbereitung der Tischmütter für die Erstkommunion und Firmung ins Auge
gefasst.
Wallner zog ein kurzes Resümee der nur knapp elf Monate dauernden Arbeitsperiode des Dekanatsrates in dem
erst vor 13 Monaten gebildeten neuen Dekanat Alteglofsheim-Schierling. "Wir können uns durchaus sehen
lassen", so Wallner, denn es wurde der Antrag auf Bereitstellung einer hauptamtlichen Kraft für die
Jugendarbeit auf den Weg gebracht, ebenso die Brautleutevorbereitung, die am 22./23. März in Aufhausen
einsetzen wird. Im Mittelpunkt der Vollversammlungen standen die Strukturdiskussionen.
Kirchenmusik aktiv
Dekanatskirchenmusiker Kunibert Schäfer hat eine Reihe von Initiativen ergriffen und er lud bei der
Vollversammlung des Dekanatsrates zur ersten Kantorenschulung ein, die am 3. März in der Musikakademie
Alteglofsheim stattfinden wird. Der Liturgiebeauftragte des Dekanates, Pfarrer Anton Dinzinger aus Scheuer,
unterstrich die Notwendigkeit von Kantoren in allen Pfarreien. Schäfer meinte, dass Kantoren keine
besonderen Fähigkeit haben müssen, außer ein wenig Mut. Aufhausens Pfarrer Josef Baier unterstützte die
Kirchenmusik als ein wichtiges Element für den Gottesdienst und er glaubte, dass auch da bald eine
hauptamtliche Kraft notwendig sein wird. "In der Diözese Eichstätt gibt es Regionalkantoren, die zur
Hälfte von der Diözese und zur anderen Hälfte von Pfarreien finanziert werden", so Baier, der sich
auch für Regensburg eine solche Handhabung wünschte. Kunibert Schäfer informierte außerdem, dass am
Sonntag, 21. Juli in der Pfarrkirche Schierling um 18 Uhr mit einem Gottesdienst der
Dekanatskirchenmusiktag gefeiert wird, an dem alle Kirchechöre des Dekanates teilnehmen sollen.
Weitere Initiativen geplant
Pfarrer Andreas Giehrl aus Hohengebraching berichtete, dass beim Samstagabendgottesdienst um 21.30 Uhr
unter dem Motto "Von der Kirche in die Disco" junge 160 Besucher waren. Das Angebot wird am
Samstag, 9. Februar in Großberg wiederholt. Pfarrer Erich Maier aus Köfering lobte die Vorbereitung der
Sitzungen, was zu effektiven Ergebnissen führt. Er regte an, für das nächste Jahr ein Angebot für
Tischmütter zu machen. Pfarrer Baier brachte dafür auch die "Aufhausener Liturgietage" von Prof.
Jilek ins Gespräch. Pinkofens Pfarrer Stefan Anzinger wünschte sich für die Zukunft eine koordinierte
Ministrantenarbeit und Pfarrer Dinzinger brachte eine zusammengefasste Einführung von Menschen ins
Gespräch, die zur katholischen Kirche wechseln oder wieder zu ihr zurückkehren wollen. Fritz Wallner machte
deutlich, dass sich der Dekanatsrat nach den Pfarrgemeinderatswahlen neu konstituieren und dann auch eine
konkrete Aufgabenteilung vornehmen wird. Er warb darum, dass in jeder Pfarrei der Pfarrgemeinderat am 17.
März neu gewählt wird und nannte als Ziel das Motto des Diözesanforums "Zieh den Kreis nicht zu
klein!".
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Text & Fotos: Fritz Wallner
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© Markt Schierling
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