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Gelübdetag und Schweigemarsch gegen Gewalt

SCHIERLING, 1. Mai 2002. Etwa 500 Menschen beteiligten sich am 1. Mai am Schweigemarsch gegen die Gewalt in der Gesellschaft, der im Anschluss an den Gelübdegottesdienst stattgefunden hat. Pfarrer Hans Bock erklärte, dass die Gesellschaft immer maßloser und wertloser werde.

Am Rathaus
In Schierling zogen am 1. Mai rund 500 Menschen schweigend durch den Ort
und beteten gegen die Gewalt in der Gesellschaft
 

Am Piendl-Platz
    Friedenslied am Piendl-Platz
 

Am Gelübdegottesdienst zur Errettung aus Kriegsnot nahmen alle Vereine sowie der seit dem 1. Mai amtierende Marktgemeinderat, der evangelische Pfarrer Wolfgang Lahode, Pfarrer i.R. Georg Gebauer sowie Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung teil. Pfarrer Bock verlas die historische Predigt des damaligen Pfarrers Franz Xaver Laubmeier. Immer wieder sei ihm in den letzten Tagen der Wunsch dieses Pfarrers nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges durch den Kopf gegangen, der heißt "bewahre uns vor Gottvergessenheit und Gottlosigkeit!". Leider sei es nach Pfarrer Bock so, dass Gott in Deutschland nur noch eine untergeordnete Rolle spiele.

Der Schweigemarsch hielt zum erstem Mal am Rathaus. "Die jüngsten Ereignisse in Erfurt haben uns in Deutschland erschüttert!", so Pfarrer Bock und immer deutlicher werde die Ohnmacht spürbar. "Wir leben in einer Welt, in einer Zeit, in der das menschliche Leben einen geringen Wert hat, obwohl es das Wertvollste ist!", sagte er weiter. Er wolle keine Schuldzuweisungen machen, aber alle müssten hellhörig werden. Die Politiker und die Verantwortlichen in der Gesellschaft und auch die, welche an den Schalthebeln der Massenmedien sitzen. Auch die Eltern müssten sich neu besinnen, was die Erziehung betrifft. "Miteinander wollen wir den Herrn bitten um seinen Geist und um die rechte Erkenntnis der Nöte, die in den menschlichen Katastrophen zum Ausdruck kommen!", schloss der Pfarrer. 

Beten am Gedenkstein
Alle Vereine waren mit ihrer Fahne dabei
 
Der Zug hielt erneut am "Piendl-Platz", wo der Kirchenchor St. Peter und Paul unter Leitung von Kunibert Schäfer ein Friedenslied sang und bei der letzten Station am Gedenkstein bei der Bahnbrücke trug Pfarrer Lahoda die Fürbitten vor. Unter den Teilnehmern am der Schweigeprozession waren auch Lehrerinnen und Lehrer der Placidus-Heinrich-Volksschule sowie Schülerinnen und Schüler.
 
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Fritz Wallner
Fotos: Wallner


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