Lourdes-Grotte wieder geöffnet
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Drei Jahre wegen Einsturzgefahr geschlossen - aufwändige Renovierung abgeschlossen - Pfarrer Hans Bock
segnet das Kleinod
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Die renovierte Lourdes-Grotte
an der Jakob-Brand-Straße
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SCHIERLING, 29. Mai 2002. "Unsere Lourdes-Grotte soll eine Oase im Alltag
sein, ein ruhiges Fleckchen, wo wir uns ausruhen, auftanken und uns Gedanken machen können!", sagte
Pfarrer Hans Bock bei der Segnung des kleinen Bauwerks unweit der Kirche. Drei Jahre war es geschlossen und
jetzt mit großem finanziellen Aufwand renoviert worden.
Etwa 200 Gläubige hatten sich zur Maiandacht mit Segnung auf dem Weg von der Pfarrkirche zum Friedhof
versammelt. Pfarrer Bock stellte fest, dass die Menschen überall Gott begegnen können. "Und dennoch
ist es gut, dass es Gebäude gibt, in denen wir in besonderer Weise mit ihm in Kontakt treten können",
so der Pfarrer.
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Pfarrer Hans Bock nahm die Segnung vor
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Viele Sorgen hingetragen
Er machte deutlich, dass in den gut 100 Jahren ihres Bestehens sich viele Menschen Mut geholt und Sorgen
hin getragen haben, aber insbesondere wieder gestärkt weggegangen sind. Der Pfarrer verglich das Leben mit
einer Wanderung. So wie die Menschen in der Wüste angesichts einer Oase begeistert sind, so böten heute
kleine Einkehrmöglichkeiten diese Chance. Heute seien die Menschen manchmal ausgetrocknet und stöhnten
unter dem täglichen Einerlei sowie unter Stress und Hektik. Da sei die Grotte der geeignete Fleck, um
aufzuatmen und zum Eigentlichen des Lebens vorzudringen. Er lud ein, regelmäßig die Stille für das Gebet zu
nutzen und die mütterliche Fürbitte Mariens zu erflehen.
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Die Tropfsteinverkleidung im
Innern sitzt jetzt wieder fest
und sicher
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Grotte sehr vermisst
"Wir haben in den drei Jahren unsere Grotte sehr vermisst!", stellte er fest. Und der Pfarrer
dankte allen, die mitgeholfen haben, dass die Renovierung gelingen konnte. Besonders hob er den Bürgermeister
und die Marktgemeinderäte wegen der Mitfinanzierung hervor. Er dankte den Damen und Herren der
Gemeindeverwaltung, welche die Abwicklung organisierten, dem Bauunternehmen Müller, den Mitgliedern der
Kirchenverwaltung und des Pfarrgemeinderates, die viel Eigenleistung erbracht haben und den Spendern. Die
genaue Abrechnungssumme ist noch nicht klar. Der Kostenanschlag lautete auf etwa 75000 Euro. Spenden können
immer noch gebraucht werden.
Im Jahre 1898 erbaut
Das Bauwerk stammt aus dem Jahre 1898 und wurde an der Südwestecke des Gartens der Armen Schulschwestern
erbaut. Die Grotte hat die Form einer Kapelle mit einem Gewölbe und einer Tropfsteinverkleidung, die der
Altöttinger Kapuziner Frater Aegidius ausgeführt hat. Die Mittel waren damals durch freiwillige Gaben
aufgebracht worden und der damalige Kooperator Fischer hat sich nach der Aufzeichnung des Chronisten
besondere Verdienste erworben. "Die schöne Mutter Gottes-Statue ist ein Geschenk des
Kupferschmid-Meisters Sinz in Regensburg", heißt es in der Chronik weiter.
Große Schäden
Im Laufe der über einhundert Jahre ihres Bestehens war die Grotte bereits einmal repariert worden. Davon
gab ein Stahlstab Zeugnis, der die Außenwände bisher zusammen gehalten hatte. Vor drei Jahren aber haben
sich große Schäden und Risse aufgetan. Teile der Tropfsteinverkleidung waren nicht mehr fest und fielen auf
den Boden. Der Anbau in Richtung Schwesternwohnhaus sackte fast ganz ab. Architekt Manfred Winkler und
Statiker Erwin Drexler rätselten, wie auch Pfarrer Hans Bock, die Gemeinde und die Kirchenverwaltung.
Renovierung? Neue Kapelle?
Angesichts der relativ hohen Kosten wurde die Frage erörtert, ob es nicht besser sei - für das gleiche
Geld - eine neue Kapelle zu bauen. Schließlich ergab die Meinungsbildung in Kirchenverwaltung und
Pfarrgemeinderat aber, dass das ursprüngliche Bauwerk erhalten werden soll. Dabei wurde insbesondere auf
die vielen Beter Rücksicht genommen, die sich an ihre Grotte so gewöhnt hatten.
Renovierungskosten geteilt
Für die Sanierungsarbeiten teilten sich die politische Gemeinde - auf deren Grund das Gebäude steht - und
die katholische Pfarrei die Kosten. Mitglieder der Kirchenverwaltung und freiwillige Helfer brachten große
Eigenleistungen. Auch der Rest eines früheren Vermächtnisses wird zur Finanzierung eingesetzt.
Unmittelbar nach der Andacht nahmen die Gläubigen die kleine Grotte in Augenschein und bestaunten dabei
die beiden blitzenden Leuchter an der Stirnseite, die von Elektromeister Karl Arnold liebevoll instand
gesetzt worden sind. Es fiel auf, dass der Anbau zu den Schwestern hin nicht mehr ersetzt wurde und sich
jetzt dort unmittelbar eine Türe befindet. Die von der Tropfsteinverkleidung übrig gebliebenen Teile legte
der Baumeister an sicherer Stelle für spätere Reparaturen ab.
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Text und Fotos: Fritz Wallner
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© Markt Schierling
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