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Kommunal-Kongress: Diskussionsrunde 1

Der Verlauf der Diskussion des Kommunalkongresses wurde dokumentiert. Wir veröffentlichen hier die Runde 1.

Die gesamten umfangreichen Tagungsunterlagen können gegen Erstattung der Selbstkosten von 30 € angefordert werden beim Markt Schierling, Rathausplatz 4, 84069 Schierling oder per E-Mail: Markt@schierling.de

Runde 1: Der Schierlinger Weg - Diskussion

Einführung: Fritz Wallner
Moderation: Wolfgang Grubwinkler

> 2. Bürgermeisterin Langwieser, Stadt Mainburg: Wie haben Sie die Zusammensetzung der Lenkungsgruppe bestimmt?
>> Fritz Wallner: Wir haben in der Gruppe und im Markgemeinderat gefragt: Wen können Sie vorschlagen? Auch einige engagierte Bürger wurden direkt angesprochen (z. B. Mutter, oder Vorsitzende im Obst- u. Gartenbauverein, Gewerbevereinsvorsitzender usw.). Auch aus der Verwaltung kamen Mitglieder: Geschäftsleitung, Kämmerer, Bauamtsleiter. Wichtig war, mit den Mitgliedern der Lenkungsgruppe auch Euphorie und Motivation weiter hinaus zu tragen.

> "Worin bestand die Rolle von I & I?"
>> Die haben sich als Coach verstanden; Um die Unabhängigkeit vom Rathaus, dem Marktgemeinderat und der Verwaltung zu dokumentieren, wurden die Treffen der Lenkungsgruppe nicht im Rathaus, sondern in Gaststätten oder in Räumen von Gewerbebetrieben gehalten. Damit konnte auch gezeigt werden: "Wir sind hier"

>"Stärken und Schwächen". Wie sind diese Analysen entstanden?
>> Durch Pin-Wandabfragen, durch Fragebogen von I & I, Befragung von Leuten von außerhalb und innerhalb der Gemeinde, die durch I & I ausgesucht wurden; Paten aus der Gemeinde die Ihren Bezug zur Gemeinde als Experten haben.

> Fand eine Bürgerbefragung durch Fragebogen statt?
>> Nein; die Bürgerbeteiligung wurde durch einen Workshop erzielt.

> Frage nach der Qualität der Abfrage

>>
Wolfgang Grubwinkler:
Im persönlichen Gespräch gingen wir nicht so sehr in die Breite, eher in die Tiefe. Dadurch entstand sofort ein Dialog; man kommt mit den Bürgern gleich ins Gespräch. Wir gehen den direkten Weg an den Kunden heran, es gibt keine langwierigen Analysen.

> Bgm. Reichhart, Jettingen-Scheppach: Wie hoch war der Zeitaufwand für die Verwaltung? Wurde mehr Personal eingestellt?
>> Wallner: Nein. Unsere Mitarbeiter wurden durch regelmäßige Mitarbeiterbesprechungen auf dem Laufenden gehalten. Sie versuchten selbst Lösungen zu erarbeiten. Wir baten um Engagement und persönliches Einbringen. Es ist wichtig, dass die Leute sich in dem ganzen Prozess wohl fühlen und darin liegt auch der Gewinn des ganzen.

> Zahl der Mitarbeiter.
>> In der Kernverwaltung haben wir 12 Plan- bzw. ganze Stellen. Wir machen alles selbst (z. B. Abwasserbeseitigung, Wasserversorgung, Grund- und Hauptschulen), es ist nichts ausgelagert.

> Bgm. Stallmeister, Hallbergmoos: Hat sich auf Grund des Ganzen die Personalstärke verändert?
>> Nein. Dafür haben wir das Geld nicht. Aber auf viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kamen mehr Aufgaben zu, weil Aufgaben von der Geschäftsleitung z.B. "weitergedrückt" wurden. Im Interesse des Erfolges für die ganze Gemeinde wurde das verschmerzt.

> Sie hatten gesagt, der Prozess dauert 1 Jahr. Jetzt nach 3 Jahren ist I & I hier immer noch engagiert. Ist das zu deren Lebensaufgabe geworden? Wie lange noch wollen Sie einen externen Moderator einsetzen? Wie sind die Zukunftsperspektiven?
>> Wolfgang Grubwinkler: Die Konzeptphase wurde im angesetzten Zeitraum von 1 Jahr abgeschlossen. Jetzt sind wir in der Umsetzungsphase.
>> Bgm. Gascher: Beispiel: Bürgerbeteiligung für Ortsteil. Selbst wenn ich als Bürgermeister als neutraler Moderator tätig sein möchte, es wird nicht gelingen. Ich bin zu stark einbezogen. Das eine Jahr war ganz intensiv zusammengedrückt. Im Ergebnis waren die letzten 6 Jahre die interessantesten meines Lebens (...als Bürgermeister; Anm.: Gascher ist seit 18 Jahren im Amt) weil ich sehr unsicher war. I & I bringt Anregungen von außen. Sie sind der Partner, der auch wieder weg ist.

> Bgm. Mayer, Rotthalmünster: Was war letztendlich der Auslöser für den Prozess?
>> Es war das Gefühl, dass sich etwas ändern muss. Es war die Neugier: Was steckt hinter einem Stadtmarketingprozess? Es ist uns bewusst geworden: Wir brauchen neue Anstöße und Anregungen.

> Thema: Schierlinger Weg: Dualer Weg. Was waren die Leitfragen?
>> Die Ortsmitte ist leer. Die Peripherie am Ortsrand ist lebendiger als die Mitte. Erst im Prozess wird der Blick für den Ort geschärft.

> War die Entscheidung für den "Schierlinger Weg" einstimmig?
>> Ja

> Gratulation!
Gab es Probleme mit der Lenkungsgruppe als 2. Parlament neben dem Gemeinderat?
>> Nein

> Herr Ziegler, Vorstand Gewerbeverein Ergoldsbach: War der Grunderwerb der angesprochenen Grundstücke vorher eingeleitet worden oder danach?
>> Zuerst war der Prozess dann der Grunderwerb. Man wusste allerdings schon vorher von den Grundstücken. Aber ohne den Prozess hätten wir die Chance nicht erkannt - erst dadurch wurden Möglichkeiten frei.

>Thema Parkplätze im ländlichen Raum
>> Bgm. Gascher: Wir können nicht den Bürger erziehen. Aber wir wissen von einem Grundstück. Wir haben hier bereits gedanklich mit der Planung begonnen, als Grundstock.
>> Wallner: Die Chance in unserer Größenordnung sind ebenerdige Parkplätze möglichst nah an den Geschäften.

> Bgm. Mayer, Rotthalmünster: Sind die Wettbewerbsergebnisse manifestiert?
>> Wir haben im Prozess mit einem umfangreichen Vorschlag für die Auslobung erarbeitet, was wir mit einem Wettbewerb erreichen wollen. Nicht der Architekt gibt vor, sondern wir geben vor - der Architekt hat nach unseren Vorgaben zu planen. Die Bürger wollen bei der Planung berücksichtigt werden. Deshalb soll das jetzt akzeptierte Konzept so umgesetzt werden.

> Bgm. Obst, Cadolzburg: Kommunen sind ja finanziell nicht so rosig ausgestattet. Weckt der Stadtmarketing-Prozess nicht Bedürfnisse, Ansprüche bei den Bürgern, die man dann vielleicht nicht erfüllen kann?
>> Es ist eine ständige Info nötig. Man muss die Leute mitnehmen; aufzeigen was möglich ist. Es gibt offizielle Veröffentlichungen, die alles dokumentieren. Die Verwirklichung hängt von den Finanzen ab. Das Konzept wird Zug um Zug umgesetzt. Das wissen die Leute.

> Muss der externe Berater ständig anwesend sein? Oder kann die Kommune das selbst tun?
>> Es war wie gesagt ein Jahr Planung notwendig; die Umsetzung erfolgt über viele Jahre. Der externe Berater wird von Fall zu Fall immer wieder engagiert.
>> Wolfgang Grubwinkler: Ein guter Berater steht als Netzwerk und Coach zur Verfügung. Die Kommune kann immer selbst entscheiden: Wann erfolgt die Beratung? Wir leisten Hilfe zur Selbsthilfe. Wir sehen unsere Funktion darin, Anstöße zu geben für eine nachhaltige Entwicklung. Nach der Konzept-Phase muss der Prozess zum Selbstläufer werden.
>> Wallner: Auch ein Bespiel für die positive Wirkung des externen Moderators. Bei der Namenssuche für den gemeindlichen Kindergarten kam es zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Eltern und Kindergartenleitung.
Nach einer Denkpause wurde ein gut vorbereiteter moderierter Prozess mit dem Personal, dem Elternbeirat und Vertretern der Gemeindeverwaltung organisiert. Nach zweieinhalb Stunden planmäßigem intensivem Vorgehen hieß der Kindergarten "Grüne Villa". Ein nie geahntes Ergebnis, das alle nicht zur zufrieden stellte, sondern sogar begeisterte. Der Prozess wird von der Regierung der Oberpfalz als Beispielhaft den Kindergärten vorgestellt.

 


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