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Rathausplatz und Hauptstraße in Zukunft schöner und attraktiver

"Mit(einander)reden" - Zweieinhalb Stunden intensive Bürgerdiskussion zur geplanten Umgestaltung

Bürgerbeteiligung
In Schierling wurden bei der Bürgerbeteiligung Anregungen der Besucher
sofort auf dem Plan festgehalten
 

Schierling, 27. Juli 2002. Weil es um die "gute Stube" Schierlings ging, kamen annähernd 100 Besucher zur Bürgerbeteiligung für die Neu- und Umgestaltung des Rathausplatzes und der Hauptstraße nördlich der Großen Laber. Schierling soll damit vor allem attraktiver werden, so Bürgermeister Gascher und Architekt Michael Nadler nannte als Leitidee der Planung "mehr Platz für Fußgänger, mehr Parkplätze, mehr Grün im öffentlichen Straßenraum".

Mit Multimedia wurden im Aumeiersaal der derzeitige Zustand und die gewünschte künftige Gestalt des gesamten Gebietes und einzelner Teile davon gezeigt. Die Moderation hatten Wolfgang Grubwinkler und Bernd Niedermeier von Identität & Image. Niedermeier stellte heraus, dass beim Stadtmarketing-Prozess die Defizite im Ortskern erkannt wurden und der Wunsch nach einer Verbesserung und Verschönerung sehr stark aus der Bürgerschaft gekommen ist. "In rasanter Geschwindigkeit" seien die Wünsche und Ideen von vor gut zwei Jahren mit dem von der Expertengruppe erarbeiteten Vorschlag und dem Architektenwettbewerb umgesetzt worden.

  Diskussionsparter im Gespräch
   Kompetente Gesprächspartner und engagierte
Moderaten waren Garanten des Erfolgs
des zweieinhalbstündigen Prozesses
 

Großes Bürgerinteresse
Bürgermeister Otto Gascher freute sich über das große Interesse der Bevölkerung und legte besonderen Wert auf eine qualitative Verbesserung. Das Motto des Abends hieß "Mit(einander)reden" und Gascher war es wichtig, dass herausgefiltert wird, was den Bürgern am meisten entsprechen könnte. Schierling wolle nicht Stadt und dürfe nicht ein Phantomgebilde werden, sondern der Ort, in dem sich die Menschen wohlfühlen, so Gascher. Der Rathausplatz sei der Mittelpunkt, da müsse die Einkaufs- und Aufenthaltungsqualität verbessert werden - auch wenn nicht alles erfüllbar sein wird. "Wir werden bei der Verwirklichung nichts übereilen, sondern entsprechend den uns zur Verfügung stehenden Mitteln bauen", sagte der Bürgermeister zur Realisierung der Planung.

"Derzeit kein Platz erkennbar"
Architekt Michael Nadler hielt eine Verbesserung des Platzes für unabdingbar mit dem Ziel, ein gleichberechtigtes Miteiander von Autofahrern, Fußgängern und Radfahrern zu erreichen. Daneben sei auch "Stadtreparatur" notwendig, die aber nur behutsam erfolgen könne. "Wir schlagen bewusst keine Fußgängerzone vor, weil das für Schierling nicht der richtige Weg wäre!", so Nadler. Ein wesentliches Gestaltungsmerkmal sollten durchgehende Beläge in Naturstein - möglichst ohne Kante und damit vielfältig nutzbar - sein. Am westlichen Rathausplatz ist das Zurückversetzen des "Gänshänger-Brunnens" und die Anlegung eines Biergartens beim Bräustüberl geplant. Die Linde würde versetzt und dafür sechs Kastanien gepflanzt werden. Architekt Thomas Wagner erklärte, dass der östliche Bereich derzeit nicht als Platz erkennbar sei. Deshalb werden noch ein Baum bei der Sparkasse vorgesehen, die restlichen würden versetzt zum neuen Parkplatz bei der Gärtnerei Dantscher mit 40 neuen Parkmöglichkeiten.

Miteinander reden  
Das Motto der Bürgerbeteiligung: Mitreden
und miteinander ins Gespräch kommen
 
   

Wesentlich mehr Parkplätze
Die Hauptstraße soll durchgehend eine 6,5 Meter breite Fahrbahn erhalten und die Flächen bis zu den Häusern sollten nicht mehr unterteilt werden in Parkplätze und Gehsteige, sondern beiden gleichermaßen dienen. Insgesamt wird sich die Zahl der Parkplätze nach Auskunft der Architekten deutlich erhöhen gegenüber bisher.

Nach einem eher zögerlichen Beginn ergab sich eine ausgiebige und intensive Diskussion, die viele Fragen beantwortete, aber auch ungelöste Probleme hinterließ und bei den Architekten weiteres Denken notwendig macht. Wolfgang Grubwinkler fasste zusammen und stellte kurz die wichtigsten Ergebnisse dar. Für Architekt Michael Nadler war die Bürgerbeteiligung sehr wichtig, um die konkreten Bedürfnisse der Bürger zu sammeln, zu bündeln und zu prüfen. "Unsere Aufgabe wird es jetzt sein, dem Marktgemeinderat ein Konsenskonzept zur Entscheidung vorzulegen", so Nadler. Und dafür erhielt er nach zweieinhalb Stunden ebenso sehr großen Beifall wie auch alle anderen Akteure für ihren Einsatz, ihren Kooperationswillen und ihre Offenheit.
 

Text und Fotos: Fritz Wallner

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