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Kirchenchor St. Peter und Paul Schierling erhält Kulturpreis 2002 des Bezirks Oberpfalz

Verleihung des Preises
    Bezirkstagspräsident Rupert Schmid (links) und sein Stellvertreter, Kulturreferent Ludwig Spreitzer (rechts) zeichnete Kunibert Schäfer für den Kirchenchor Schierling mit dem Kulturpreis der Oberpfalz 2002 aus
 
SCHIERLING, 06.12.2002. Der katholische Kirchenchor St. Peter und Paul Schierling wurde mit dem Kulturpreis 2002 des Bezirks Oberpfalz im Bereich Chorgesang ausgezeichnet. Bezirkstagspräsident Rupert Schmid hielt bei der Preisverleihung in Sulzbach-Rosenberg die Laudatio, stellte die hohe Qualität des Chores heraus, der sich neben seinen liturgischen Aufgaben auch der Moderne widmet, rühmte die Meisterleistungen der letzten Jahre und hob Chorleiter Dozent Kunibert Schäfer als "bedeutenden Wegbereiter" heraus.

Die Preisverleihung für dieses einmalige Ereignis für einen Kirchenchor fand in dem erst vor wenigen Tagen eingeweihten Mehrzweckraum der Berufsfachschule für Musik des Bezirks statt und Rupert Schmid forderte "in diesem erhebenden Augenblick" dazu auf, sich "inspirieren zu lassen von den Umständen". Mit Blick auf die erfolgreiche Arbeit der Fachschule - von der eine Bläsergruppe ein eindrucksvolles Zeugnis gab - hielt er es nach wie vor für eine Gute Idee des Bezirks, "der Musik und der Ausbildung zu dienen". Der Bezirkstagspräsident machte deutlich, dass die neuen Wege der Bezirks-Kulturpolitik viele verschiedene Bereiche des kreativen Engagements sichtbar werden lassen. Es kämen jetzt auch die Literatur, bildende Kunst, Theater, Heimatgeschichtsforschung sowie Denkmal- und Brauchtumspflege zur Geltung. Der Kulturpreis 2002 wurde nach zwei Jahren Pause ausdrücklich dem musikalischen Engagement gewidmet und in drei Sparten mit jeweils 3500 Euro dotiert.

Der Kirchenchor Schierling bei einer Aufführung
Der Kirchenchor Schierling führte als zeitgenössischen
Lobpreis John Rutters "Alle Dinge dieser Welt" auf
 
Über 50 Chorsängerinnen und -sänger machten sich mit Pfarrer Hans Bock, Bürgermeister Otto Gascher, seinem Vertreter Werner Braun und Pfarrgemeinderatsvorsitzendem Fritz Wallner mit einem großen Bus auf nach Sulzbach-Rosenberg. Alle waren in feierliches Schwarz gekleidet, die Damen hatten einen blauen Schal umgelegt. Christa Schäfer, bedeutende Altistin und Ehefrau des Chorleiters organisierte das Einsingen und forderte zur optimalen Vorbereitung, "auch in die Flanke und den Bauch zu atmen". Im Festsaal versammelte der Künstler sein Ensemble und probte noch einmal "Viva la musica" und "Alle Dinge dieser Welt", die beiden Beiträge. Freudige Nervosität hatte sich breit gemacht - auch bei der Jugendblaskapelle Nabburg und dem Kammerorchester Weiden, den anderen beiden Preisträgern.
Gäste
Aufmerksame Zuhörer bei der Ehrung der Preisträger
 

Bezirkstagspräsident Rupert Schmid bekannte, "bei Schierling kommt besondere Freude auf" und gerade auch beim Kirchenchor, der schon alle weltbekannten Chormusiken aufgeführt hat. Er zählte beispielhaft auf "Die Schöpfung" von Joseph Haydn, das "Weihnachtsoratorium" von J.S. Bach, "Messias" von G.F. Händel sowie die "Johannespassion" von J.S. Bach. Auf dem Programm standen neben diesen klassischen weltbekannten Chormusiken auch Uraufführungen, wie beim "Friedenskonzert" für Kroatien oder beim Konzert zum Thema "Leben und Tod". Ausdrücklich hob er das "Requiem für einen polnischen Jungen" und der damit verbundenen Auseinandersetzung mit der Geschichte heraus. Die Leitung hat nach Schmid seit 1990 Kunibert Schäfer, Dozent an der Regensburger Hochschule für katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik. Er erinnerte aber auch an seinen Vorgänger Ludwig Grauschopf, der ein Wegereiter gewesen war.
 

Das Buffet Beim Essen
Festbesucher Bürgermeister
Impressionen zur Preisverleihung

 
Bezirkstagspräsident Rupert Schmid zitierte aus dem aktuellen Werbeflyer des Chores die Ziele "Kirche gestalten-Gemeinschaft erleben-neue Wege gehen" und rühmte es als eine Meisterleistung, dass zu den wöchentlichen Proben regelmäßig rund 50 Chormitglieder kommen. Der Präsident freute sich, dass der Chor neben seinen ständigen liturgischen Aufgaben die musikalische Arbeit durchaus als kulturpolitischen Auftrag sieht und deshalb jährlich ein großes Konzert unterschiedlicher Prägungen gibt. Als größter Chor im Landkreis Regensburg setzt er nicht nur in Schierling Akzente, sondern hat auch in Regensburg, München und im kroatischen Zagreb - im Rahmen der Partnerschaft der beiden Pfarrgemeinden - Auftritte gehabt. "Der Preis für den Kirchenchor Schierling ist hochverdient", so Rupert Schmid, der schon mehrmals solche Aufführungen besucht und jetzt ausdrücklich bedauert hat, dass er zum "Requiem für einen polnischen Jungen" nicht kommen konnte. Er dankte allen Beteiligten, dem Pfarrer für seinen Vorschlag, dem Markt für die Unterstützung und überreichte zusammen mit Kulturreferent und Bezirkstagsvizepräsident Ludwig Spreitzer an Kunibert Schäfer die Urkunde und den Scheck über 3500 Euro, mit dem das nächste Probenwochenende für die Vorbereitung auf die "Vier Jahreszeiten" gesichert werden kann.
In der Urkunde heißt es, dass sich der Kirchenchor im Bereich Chorgesang "in herausragender Weise um die Oberpfalz verdient gemacht hat". Mit einem zeitgenössischen Werk von John Rutter antwortete das Ensemble und sang "Alle Dinge dieser Welt in ihrer ganzen Pracht, alle Dinge groß und klein, der Herr hat sie gemacht!".

 
Fotos: Wallner


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