Hotel und Geschäftshaus im Ortskern –
Jakob-Brand-Straße wird verbessert –
Verbesserungsbeitrag beschlossen
Aus der Sitzung des Marktgemeinderates, 21. Juni 2005
Schierling, 23. Juni 2005. Der Marktgemeinderat ist in die entscheidende Phase dafür eingetreten, dass im Ortskern - unmittelbar neben dem Rathaus - ein Hotel und ein Geschäftshaus entstehen kann. "Die Höhe von vierzehn Meter ist verträglich und wir können erwarten, dass unser Ortskern mit den Projekten erheblich gewinnt!", so Bürgermeister Otto Gascher, der die Markratsmitglieder vor der Sitzung an Ort und Stelle versammelte und ihnen die Höhe mit einem aufgebauten Gerüst demonstrierte.
Die bisherigen Maßnahmen der Ortskernerneuerung und -verbesserung in
Zusammenarbeit mit der Städtebauförderung des Freistaates Bayern
seien nach den Worten des Bürgermeisters durchwegs gelungen und würden
von der Bevölkerung angenommen. Er freute sich, dass sich ein einheimischer
Investor bereit erklärt habe im Ortskern das Hotel und das Geschäftshaus
zu bauen. In den letzten Wochen hätten nach Gascher Gespräche stattgefunden,
um im Einvernehmen die beste Lösung zu bekommen. Dem sei ein kleiner
Wettbewerb mit drei Architekturbüros vorausgegangen. Die jetzt gefundene
Lösung sehe vor, dass das Hotel vier Geschoße und das Geschäftshaus
mit der Bücherei zwei Geschoße bekomme. Davor entstehe eine Ausweitung
des Rathausplatzes mit einer Parkfläche, die mit einem "Baumdach"
bewachsen werden solle. "Die neuen Bäume dürfen nicht so hoch
werden wie die Kastanien, weil sie sonst die dominierdende Eiche - die selbstverständlich
stehen bleiben wird - beeinträchtigen würden. Das Rathaus wird nach
Gascher in Zukunft ganz frei auf dem Platz stehen und er habe den Einwand
der Städtebauförderung akzeptiert, dass das Gebäude im Vergleich
zu der umgebenden Bebauung etwas "mickrig" aussehen wird. "Vielleicht
müssen wir dem Vorschlag nahe treten und auch für die künftige
Gestaltung einen kleinen Wettbewerb machen", so Gascher zum Vorschlag
der Regierung. Vielleicht sei es ja in einigen Jahren möglich, dass das
Rathaus ein schöneres Gesicht bekomme.
Architekt Michael Nadler verwies darauf, dass voraussichtlich das Hotel ein
flaches Walmdach bekomme und beim Geschäftshaus über ein Satteldach
nachgedacht werde. Das Pflaster soll so fortgeführt werden wie auf dem
bereits fertig gestellten westlichen Rathausplatz und vor den Gebäude
sollen für die Fußgänger Platten gelegt werden. Architekt
Eckkard Emmel erläuterte, dass beim altengerechten betreuten Wohnen auf
einem Teil des Nock-Grundstücks mit dem Investor Einvernehmen erzielt
wurde.
Erich Fischer vertrat die Ansicht, dass bei dieser angepeilten neuen Gestaltung
das Feuerwehrhaus nicht an dieser Stelle stehen bleiben könne, was Robert
Christl unterstützte. "Wenn es uns jemand abkauft, dann sofort,
aber jetzt können wir uns das nicht leisten!", so Otto Gascher.
Peter Ritschel fragte, ob aufgrund der Höhe des Hotels mit einer Beeinträchtigung
der Nachbarn zu rechnen sei, was die Architekten vereinten. Der Abstand betrage
etwa 30 Meter. Das Konzept wurde einstimmig gebilligt. Jedes werden im Rahmen
des Bebauungsplanverfahrens die Behörden und die Bürger beteiligt.
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| In Schierling zeigte Bürgermeister Otto Gascher (rechts) den Markträten von der Laberbrücke aus anhand eines Gerüsts (rechts im Hintergrund), wie hoch das neue Hotel geplant ist |
Die Jakob-Brand-Straße wird nach einem Beschluss des Marktgemeinderates vom Kirchenaufgang bis zur Fußgängerampel im Zuge der Städtebauförderung umgebaut. Die entscheidende Verbesserung besteht darin, dass der jetzt 45 Zentimeter schmale und gefährliche Bürgersteig beim Anwesen Horvay auf 1,2 Meter verbreitert wird. Dadurch entstehen vor der Bäckerei Rascher zusätzlich drei neue Parkplätze.
Der Marktgemeinderat hatte bereits bei einer der letzten Sitzungen das Grundkonzept beschlossen und die Ausschreibung in Auftrag gegeben. Bei einer neuerlichen Ortsbegehung und nach Rücksprache mit dem Landkreis Regensburg als Straßenbaulastträger hat sich herausgestellt, dass eine bisher nicht geahnte Verbesserung möglich wird.
Bürgermeister Otto Gascher erläuterte, dass das Asphaltband künftig 5,5 Meter breit wird, auf dem nicht mehr geparkt werden darf. Links und rechts davon - vom Anwesen Gallmeier bis zur Kirchenmauer - entsteht ein Mehrzweckstreifen, der von parkenden Autos und Fußgängern gleichermaßen benutzt werden kann. Es wird künftig keinen Bordstein zwischen Bürgersteig und Parkstreifen geben, was mehr Flexibilität ermöglicht. Weil die Straße insgesamt mehr in Richtung Kirchenmauer geschoben wird, ergeben sich auf der Seite der Bäckerei künftig sieben Parkplätze. Die Straßenlampen werden an die Kirchenmauer versetzt. Zweiter Bürgermeister Werner Braun betonte, dass zum Asphaltband noch links und rechts eine gepflasterte Wasserrinne komme.
Landschaftsarchitekt Emmel machte deutlich, dass die vor etwa fünfzehn Jahren dort gepflanzten Bergahorn für diese Stelle ungeeignet seien. Der erste habe einen schweren Stammschaden, der zweite sei schon kaputt und der dritte sei schief. Maria Feigl hielt insbesondere die Verbesserung bei Horvay für einen entscheidenden Fortschritt für Fußgänger, Radfahrer und Mütter mit Kinderwägen. "Wir wären ungeschickt, das jetzt nicht zu machen", so Feigl, Sie fragte nach der zeitlichen und baulichen Abwicklung der Maßnahme. Fritz Wallner berichtete aus Vorgesprächen mit dem Unternehmer, der das günstigste Angebot abgegeben hat. Es soll teilweise mit zwei Kolonnen gearbeitet werden, damit die Maßnahme zwischen dem "Centro" und der Gastwirtschaft Aumeier sowie bis zur Fußgängerampel an der Jakob-Brand-Straße bis zum Jahrmarkt am 11. September abgeschlossen ist. Außerdem wird besonders an der engsten Stelle sehr auf die Fußgänger Rücksicht zu nehmen sein. "Wir werden den Parkstreifen entlang der Brauerei wahrscheinlich für eine gewisse Zeit für den Fahrverkehr frei geben, damit auf der anderen Seite gearbeitet werden kann", so Werner Braun. Wallner machte deutlich, dass immer auch die Zugänge zu den anliegenden Geschäften frei gehalten werden müssen.
Robert Christ wandte sich insgesamt gegen diese Maßnahme, um Kosten zu sparen. Mit dieser Ansicht blieb er alleine. Peter Ritschel fragte, ob nicht einige Parkplätze privat wären. Otto Gascher hielt die Situation in diesem Bereich für nicht anders als in den anderen Teilen des Ortes. Ludwig Gallmeier plädierte dafür, die Parkmöglichkeiten auszunutzen. Helmut Specht fragte nach der Bauausführung im Kurvenbereich. Der Architekt informierte darüber, dass alles mit dem Straßenbauamt abgestimmt sei und den Regeln der Technik entspreche. Der Bürgermeister sicherte einen weiteren Kontakt mit dem Eigentümer des Gasthauses Aumeier zu. Dort würden voraussichtlich zwei zusätzliche Parkplätze entstehen.
Die Gesamtkosten der Maßnahme wurden mit der Erweiterung auf 294000 Euro beziffert. Dies liegt aufgrund des guten Ausschreibungsergebnisses trotz der zusätzlichen Maßnahmen in dem Kostenrahmen, der im März genannt worden war. Der Bürgermeister machte deutlich, dass jetzt die Abstimmung mit der Städtebauförderung erfolgt und dann voraussichtlich in frühestens zwei Wochen begonnen werden kann.
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| In Schierling wird im Rahmen der Städtebauförderung eine ganz gefährliche Stelle an der Jakob-Brand-Straße entschärft und für Fußgänger, Radfahrer und Kinderwagenschieber wesentlich sicherer gemacht |
Der Marktgemeinderat ist dem Vorschlag des Hauptverwaltungs-, Finanz- und Umweltausschuss gefolgt und beschloss eine Satzung zur Erhebung eines Verbesserungsbeitrages für die neue Kläranlage. Der Beitrag ist 0,15 Euro je Quadratmeter Grundstücksfläche und 2,20 Euro für jeden Quadratmeter Geschoßfläche. Für die abwasserintensiven Betriebe kostet ein Einwohnerwert 240,80 Euro. Gute Nachrichten gab es für den Kindergarten "Grüne Villa" Eggmühl. Es konnte am Nachmittag eine Krabbelgruppe mit zwölf Kinder eingerichtet werden. Außerdem kommen fünf Schulkinder am Nachmittag zur Ganztagsbetreuung. "Wir können damit für das kommende Kindergartenjahr das gesamte Personal weiterbeschäftigen", freute sich der Bürgermeister. Mit den Geburten gehe es allerdings weiter abwärts. Während im letzten Jahr bis Anfang Juni 24 Kinder geboren wurden, sind es in diesem Jahr bis zum gleichen Datum gerade noch 19. "Dabei haben wir im letzten Jahr schon auf viele Jahre zurück einen sehr schwachen Geburtenjahrgang gehabt", so Geschäftsleiter Fritz Wallner.
Text und Fotos: Fritz Wallner

