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Kläranlage einmalig in Deutschland

BIOCOS-Vier-Phasen-System schon nach erster Erprobung ein Erfolg

SCHIERLING, 27.06.2007. Die neue Kläranlage ist technisch fertig gestellt und seit einigen Wochen in Betrieb. „Sie bringt ausgezeichnete Werte!“, sind sich der planende Ingenieur Christian Geusch und Klärmeister Josef Lockermeier einig. Auch das erstmals in Deutschland eingesetzte „BIOCOS-Vier-Phasen-System“ des Innsbrucker Professors Dr.-Ing. Ingele zeigt jetzt schon beeindruckende Ergebnisse.

Überreichung der Gastgeschenke
Die neue Kläranlage Schierling ist mit einem in Deutschland einzigartigen System ausgestattet, das jetzt schon gute Ergebnisse bringt

Bei der Besprechung letzter Details zwischen dem Markt als Auftraggeber, dem Ingenieurbüro Trummer und dem Generalunternehmer wurde klar, dass die Kosten von 5,3 Millionen Euro nicht überschritten werden. „Damit bleiben auch die Verbesserungsbeiträge für die Bürger unverändert“, sagte Bürgermeister Otto Gascher. Er werde dem Marktgemeinderat vorschlagen, die Vorauszahlungsbescheide in unveränderter Höhe zu den endgültigen zu erklären.

Beim Gespräch wurden einerseits die Schwierigkeiten während des zweijährigen Baus aber andererseits auch die großen Erfolge deutlich. Die ersten Probleme hatten mit dem Untergrund eingesetzt, weil er nicht so angetroffen worden ist, wie aufgrund der vorausgehenden Bodengutachten zu erwarten war. Knapp 90.000 Euro mussten zusätzlich für den Aushub, die Abfuhr und Deponierung von leicht kontaminierten Material ausgegeben worden. Denn durch die undichten alten Belebungsbecken war Abwasser in das Erdreich eingedrungen. Demgegenüber konnte auf das geplante Bauwerk zur Hochwassersicherung verzichtet werden, was eine Einsparung bedeutete.

Die neue Kläranlage wurde im patentierten BIOCOS-Verfahren gebaut, das im Umkreis von Regensburg bereits bekannt ist. Allerdings handelt es sich mit einer Ausbaugröße von 15.500 Einwohnerwerten um die größte Anlage dieser Art in Bayern. Der entscheidende Unterschied zu einer herkömmlichen Anlage ist, dass Belebung und Nachklärung nicht in getrennten sondern in einem Becken erfolgen. Die Kläranlage Schierling hat zwei solchen Kammern, die es möglich machen, je nach Abwasseranfall einen wirtschaftlichen Betrieb zu ermöglichen.

Das vom österreichischen Abwasser-Ingenieur Prof. Ingele entwickelte „Vier-Phasen-System“ ist eine Innovation, die erstmals in Deutschland eingesetzt wird. Geschäftsführer Josef Reichenberger von Prof. Ingeles Partner ZWT machte deutlich, dass es sich um eine Referenzanlage handle. Der Markt hatte bereits vor Baubeginn zugestimmt, dass Klärmeister Josef Lockermeier zusätzliche Aufzeichnungen und Auswertungen vornehmen und die Anlage auch Interessierten anderen Kommunen zeigen werde. Lockermeier gilt in der Branche als versierter Kenner dieser Materie und als ein Fachmann, der jeweils richtig auf sich abzeichnende Entwicklungen reagieren kann. „Dieses neue System hat das Ziel, die Kläranlage mit noch geringerem Energieeinsatz zu noch besseren Reinigungsergebnissen und zu einer Steigerung der Auslastbarkeit zu führen“, so Reichenberger. Die Ergebnisse der ersten Wochen auf der Schierlinger Anlage machten Reichenberger sehr froh, denn alle Prognosen hätten bis jetzt erfüllt werden können. Josef Lockermeier ist sogar etwas stolz darauf, dass derzeit nur gut ein Drittel der Energie von vergleichbaren konventionellen Anlagen ähnlicher Größe aufgewendet werden muss.

Die offizielle Einweihung der neuen Kläranlage findet am Freitag, 27. Juli statt. Am Sonntag, 29. Juli wird die interessierte Bevölkerung bei einem Tag der offenen Tür Gelegenheit zur Besichtigung haben. In der Zwischenzeit sind noch Restarbeiten zu erledigen. Insbesondere soll rund um die Becken und die Schlammbehälter noch alles grün werden.

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Text und Foto: Fritz Wallner