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Neue Kläranlage Schierling: Einweihungsfeier und Tag der offenen Tür

SCHIERLING, 27.07.2007. Der Markt Schierling hat für 5,3 Millionen Euro eine neue Kläranlage gebaut, die als erste in Deutschland mit dem „BIOCOS-Vier-Phasen-System“ des Innsbrucker Abwasserprofessors Dr.-Ing. Kurt Ingele ausgestattet ist. Mit noch weniger Energieeinsatz sollen noch bessere Reinigungsleistungen im Sinne des Gewässerschutzes erzielt werden. Am Freitag um 11 Uhr ist Einweihung, am Sonntag von 11-18 Uhr Tag der offenen Tür. Bürger sind jedes Mal willkommen!

Gesamtansicht der neuen Kläranlage
Die neue Kläranlage Schierling ist mit einer erstmals in Deutschland erprobten innovativen Technik ausgestattet

Schierling wollte sicher sein, auf den neuesten Stand der Technik zu investieren. Deshalb fiel die grundsätzliche Entscheidung für das BIOCOS-Verfahren, so Bürgermeister Otto Gascher. Dabei werden Belebung des Klärschlamms und die Nachklärung in einem Becken betrieben. Dieses Becken ist 87,3 Meter lang und 23,4 Meter breit. Bei einer Beckentiefe von 4,5 Meter ergibt sich ein Nutzvolumen von rund 8300 Kubikmeter. Das „Vier-Phasen-System“ wird in Schierling erstmals erprobt. Der Markt hat schon frühzeitig zugestimmt, dass vom Klärwerkspersonal zusätzliche Aufzeichnungen gemacht werden, mit denen die Wirkungsweise verfolgt werden kann. Dass Schierling dafür in Frage kam ist nicht zufällig, denn mit Josef Lockermeier steht der einzige geprüfte Meister der Abwassertechnik und Wasserversorgung einer Kläranlage im Landkreis vor. Er ist außerdem der Obmann der Klärwärter-Nachbarschaft Regensburg-Ost mit 18 Kläranlagen. Bürgermeister Otto Gascher hat das alles sehr unterstützt. Ihm liegt der Umweltschutz sehr am Herzen, denn Gewässer seien Lebensadern und sauberes Wasser eine Überlebensfrage, so das Gemeindeoberhaupt.

Das Personal der Kläranlage
Klärmeister Josef Lockermeier (links) und Fritz Watter sind für den ordnungsgemäßen Betrieb verantwortlich

BIOCOS-Anlagen gibt es bereits in der Umgebung von Regensburg. Die Schierlinger ist mit 15500 Einwohnerwerten die derzeit größte in Bayern. Das Neue an der Innovation „Vier-Phasen-System“ ist die Möglichkeit, unterschiedliche Trockensubstanzgehalte in den Belebungs- und Sedimentationsbecken zu erzeugen. Das diese Erfindung außerordentlich wirkungsvoll ist, das haben bereits die ersten Monate gezeigt. Denn die Schierlinger Anlage kommt im Vergleich mit etwa gleichgroßen Klärwerken mit einem Bruchteil an Stromverbrauch aus.

Von der alten Anlage sind das Schneckenhebewerk, der Rechen, die Schaltwarte und die Werkstatt geblieben. Die Neubauten kosteten 5,3 Millionen Euro. Knapp 1,5 Millionen steuert der Freistaat Bayern über einen Zuschuss. Die Bürger und Gewerbebetriebe bringen etwa 3,4 Millionen Euro über Verbesserungsbeiträge auf. Die Pfarrer Josef Helm und Thomas Klenner werden die Anlage segnen. Für die interessierten Bürger gibt es eine kleine Überraschung sowie eine Festschrift mit vielen Details.

Text und Fotos: Fritz Wallner

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