Startseite Archiv 2007

Neues Feuerwehrhaus Eggmühl gesegnet

Feuerwehren für die Sicherheit der Bürger unverzichtbar

SCHIERLING, 23.09.2007. Nach rund 15 Jahren des Überlegens und Planens sowie einer „brandheißen Phase der Standortsuche“, so Kommandant Alfred Werkmann, wurde am Sonntag das neue, knapp 500000 Euro teure, Feuerwehrgerätehaus Eggmühl eingeweiht. Bürgermeister Otto Gascher und Landrat Herbert Mirbeth rühmten die 2500 freiwilligen Arbeitsstunden, welche das außerordentliche Engagement der Mannschaft zeigen würden.

Gottesdienst vor dem Feuerwehrhaus
Die Pfarrer Dr. Joseph Vattathara und Thomas Klenner (rechts) segnen in Eggmühl das neue Feuerwehrgerätehaus
Herr Winkler und Frau Holmer unter Statue des Hl. Florians
Architekt Manfred Winkler und Fahnenmutter Gertrud Holmer freuten sich unter der Statue des heiligen Florian über das gelungene Werk

Beim Gottesdienst in der St.-Laurentius-Kirche Egmühl bezeichnete Pfarrer Dr. Joseph Vattathara das Feuerwehrhaus als eine „wichtige Institution unabhängig von Weltanschauung und Religion“, denn nicht selten gehe es bei der Hilfeleistung der Feuerwehren um Leben und Tod. In der vom Kirchenchor und Feuerwehrleuten mitgestalteten Messfeier sagte er, der Feuerwehrdienst erfordere neben der kompetenten Hilfe auch menschliche Zuwendung und ruhige Gelassenheit. Bei der Segnung des Gebäudes outete sich sein evangelischer Amtsbruder Thomas Klenner als ausgebildeter Feuerwehrmann. Das Seil sei wichtig für die Hilfeleistung, wie er anhand des „Mastwurfes“ belegte. „Unzählige dünne Fäden schaffen es, dass ein dickes, stabiles, tragfähiges Seil entsteht“, so der Pfarrer. Das zeichne auch die Feuerwehren aus, dass viele Einzelne eine schlagkräftige, hochmotivierte Truppe bilden, die sich im Einsatz bewährt. „Gott möge fügen, dass diese Gemeinschaft durch Dick und Dünn geht!“, schloss er.

Kommandant Werkmann und Bgm. Gascher
Kommandant Alfred Werkmann (rechts) hat allein 400 freiwillige Arbeisstunden geleistet und wurde dafür nicht nur von Bürgermeister Otto Gascher gelobt

Kommandant Alfred Werkmann sprach von einem „herausragenden Tag für den Ort Eggmühl“ und von einem „großen Ereignis“. Die Standortentscheidung sei durch die Gemeinde Schierling mit dem Kauf des alten Bahnhofes gefallen. 40 Helfer hätten 2500 freiwillige Arbeitsstunden erbracht und mit dem großen finanziellen Engagement des Marktes Schierling sei ein „funktionelles, modernes, attraktives Gebäude an einer markanten Stelle in Eggmühl“ entstanden. Die Feuerwehr Eggmühl habe die komplette Innenausstattung aus eigenen Mitteln bestritten. Dafür gab es großen Applaus. Werkmann dankte besonders Bürgermeister Gascher und dem Marktgemeinderat sowie den örtlichen Sponsoren und Fahnenmutter Gertrud Holmer, welche eine Figur des heiligen Florian und das Kreuz für den Schulungsraum gespendet hat.

Nach Bürgermeister Gascher sei das neue Haus „ein Geschenk an die Bevölkerung“, das die Feuerwehr treuhänderisch verwalte. Derzeit sorgten im Markt Schierling 450 Aktive für die Sicherheit. Gascher freute sich über die „offene und ehrliche Diskussion um den Standort“. Das Bahnhofgrundstück mit 1162 Quadratmeter habe für 40000 Euro erworben werden können. Der Umbau des alten Bahnhofes hätte mehr gekostet als der jetzige Neubau. Während des Baus sei sehr gespart worden. Nach Abzug des Zuschusses des Freistaats Bayern von 80000 Euro habe der Markt aus eigenen Mitteln über 400000 Euro aufgebracht. „In Eggmühl ist sichtbar, wie sich der Markt Schierling anstrengt!“, so Gascher. Er dankte Architekt Manfred Winkler, Bauleiter Florian Schütz und besonders Kommandant Werkmann, der allein rund 400 freiwillige Stunden investierte. Landrat Mirbeth machte deutlich, dass mit der hohen Eigenleistung „der innere Wert der Gesellschaft“ zum Vorschein komme. Dieses Haus sei auch Beispiel von vielen, dass Otto Gascher eine großartige Gemeinde mit guter Infrastruktur hinterlasse. Mirbeth warb für mehr Frauen in der Feuerwehr. Kreisbrandrat Waldemar Knott führte das Werk auf hohes freiwilliges Bürgerengagement zurück, zu dem Hilfsbereitschaft, Kameradschaft und Gemeinsinn gehörten. Der ehemalige Kommandant und Kreisbrandmeister Anton Fröhlich hoffte, dass jetzt die Aktiven das neue Gebäude mit Leben erfüllen. Für die große Leistung ihrer Männer bekamen Christine Werkmann, Karin Stöckl und Marianne Häusler einen Blumenstrauß und einen Gutschein, um „all das mit ihren Männern nachholen zu können, was durch das ehrenamtliche Engagement zuhause versäumt worden sei“.

Kreisbrandrat Knott und Kreisbrandinspektor Haslbeck
Auch die Spitze der Feuerwehren des Landkreises Regensburg mit Kreisbrandrat Waldemar Knott und Kreisbrandinspektor Ludwig Haslbeck nahm an der Einweihungsfeier teil.

Details
Das neue Feuerwehrgerätehaus hat im Erdgeschoss 2 Stellplätze, einen Geräte- und Atemschutzraum sowie eine kleine Werkstatt. Im Obergeschoß befindet sich ein großzügiger und mit allen technischen Hilfsmitteln ausgestatteter Schulungsraum, das Büro und die Küche. Das Floriansgemälde an der Fassade hat Manfred Schwandt geschaffen und es wurde von der Feuerwehr finanziert. 1990/91 gab es die ersten Diskussionen, 1993 einen ersten Planungsauftrag, im Februar 2006 wurde mit dem Abbruch des Bahnhofes begonnen, im April 2006 Baubeginn und im Juli Richtfest. Die Eigenleistung habe nach Kommandant Werkmann nicht nur die Kosten gemindert, sondern auch die Verbundenheit mit dem Bauwerk gestärkt.

Seitenanfang

Text und Fotos: Fritz Wallner