Ältestes Schulhaus Deutschlands soll saniert werden
Aus der Sitzung des Marktrates vom 24.10.2007
SCHIERLING, 02.11.2007. Schon im Jahre 1640 ist in der Schierlinger Chronik von einem Schulhaus die Rede. Nach den Recherchen von Ortsheimatpfleger Georg Schindlbeck handelt es sich wahrscheinlich um das älteste Schulhaus Deutschlands. Im Rahmen der Städtebauförderung soll das Gebäude saniert werden, wozu der Marktgemeinderat den Planungsauftrag gegeben hat.
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| Das älteste Schulhaus Deutschlands - Ansicht von Westen |
Das Gebäude liegt etwas versteckt am „Hundsmarkt“ unweit der
katholischen Pfarrkirche. Es hat drei Ebenen und drei Eingänge. In der
mittleren befand sich der Schulsaal, im oberen die Wohnung des Lehrers,
der mancherlei Privilegien genossen hat. Zu verdanken ist das Schulhaus
dem von 1616 bis 1672 in Schierling wirkenden Pfarrer Johann
Reiffenstuel. Der berichtete im Jahre 1645: „In Schierling ist ein von
mir neu aufgebautes Schulhaus, darinnen die liebe Jugend jederzeit mit
größtem Fleiß soll unterrichtet werden.“ Die Zeiten waren hart zur
Erbauungszeit der Schule, denn 1632 traf der Dreißigjährige Krieg auch
Schierling in voller Härte durch „eine Plünderung an Pferden, Rindvieh
und Farniß“, wie der Pfarrer der Äbtissin von Niedermünster berichtete.
Fünfmal hatte er selbst unterschiedliche Ausplünderungen erlitten. Und
1633 sei „die ganze Pfarr zu Dorf und zu Feld verwüstet worden“. Im
Jahre 1627 wütete 19 Wochen lang die Pest und sie kehrte noch einmal
1634 zurück. (
mehr zum Schulhaus hier).
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| Schulhaus - Ansicht von Osten |
Geschäftsleiter Fritz Wallner berichtete, dass die Sanierung schon in den letzten Jahren immer wieder im Jahresantrag für die Städtebauförderung aufgeführt war aber bisher nicht realisiert werden konnte. Es sei jedoch die Statik des Gebäudes untersucht und von Studenten der Bestand originalgetreu aufgenommen worden. Jetzt gehe es darum, mit der konkreten Architektenplanung die Grundlage für die Kostenermittlung und Zuwendungsbeantragung zu schaffen. Es sei daran gedacht, für den denkmalpflegerischen Mehraufwand Mittel aus der Denkmalpflege und für den Rest Gelder aus der Städtebauförderung zu beantragen. Den Planungsauftrag bekam das Büro Nadler und Sperk aus Landshut.
Bürgermeister Otto Gascher erinnerte an die seit einigen Monaten laufende Diskussion um einen neuen Generalentwässerungsplan. Jetzt wurde der Auftrag erteilt, dass die bisher vorliegenden Untersuchungen und Zusammenstellungen gesichtet und auf ihre Verwendbarkeit geprüft werden. Begleitet wird das Verfahren vom Bayerischen kommunalen Prüfungsverband.
Einstimmig wurde beschlossen, schon ab diesem Schuljahr auf die Einhebung des Büchergeldes in der Placidus-Heinrich-Volksschule Schierling und Dr.-Rudolf-Hell-Volksschule Eggmühl zu verzichten.
Stärkung der Gemeindebücherei
Für die Gemeindebücherei wurde der Ankauf einer neuen Computeranlage beschlossen. Die im Jahre 1999 angeschaffte Einrichtung war kaputt gegangen. Auch die neue Anlage umfasst drei Arbeitsplätze und sie ist nach den Worten von Kämmerer Adolf Wallner auch verwendbar, wenn die Bücherei in neue Räume umziehen wird. Die Anschaffungskosten für die neuen Computer und ein neues Programm betragen zusammen über 13.300 Euro. Für den Bauhof wurde die Beschaffung eines Kleintransporters für 22.450 Euro beschlossen.
Fritz Wallner

