Der "Gänshänger-Brunnen"
Schwer hatte die Bevölkerung während des Dreißigjährigen Krieges unter den Plünderungen der Schweden zu leiden.
Auf
diese Ereignisse geht die Sage um den "Schierlinger Gänshänger"
zurück.
Der damalige Schlossherr wollte seine letzten Gänse vor dem hungrigen Feind dadurch retten, dass er sie schlachtete und an der Hinterseite des Schlosses aufhängte. Die gewitzten Schweden stöberten allerdings das Versteck auf und verspeisten das köstliche Federvieh. Und nachdem auf den Schaden der Spott sofort folgt, hatten die Schierlinger ihren Spitznamen fortan gesichert, der im Laufe der Jahrzehnte auch zu einem Schimpfnamen wurde. Messerstechereien zwischen Burschen der benachbarten Dörfer und Schierlings waren keine Seltenheit und auch "g'richtsmaßig" wurde es schon einmal, wenn ein Auswärtiger das Wort "Gänshänger" in den Mund nahm.
1980 wurde mit dem Brunnen von Klaus Vrieslander diese Vergangenheit auf humorvolle Weise aufgearbeitet und mittlerweile ist aus dem Spottnamen ein Markenzeichen geworden. Es ist ein schwedischer Musketier, der eine Gans am Hals hält, eine über den Rücken trägt und eine verloren hat, die zwischen seinen Füßen liegt. Der Brunnentrog ist aus einheimischen Kalkgestein gehauen, die Figur in Bronze gegossen.
Der BR hat in der Serie "Ortsspitznamen" einen Beitrag über die "Gänshänger" gedreht, der hier abgerufen werden kann:
BR-Mediathek: "Du elendiger Gennßhenkher!"
Bereits zum fünften Mal wurde am ersten Augustwochenende 2010 das
"Schierlinger Gennßhenkherfest"
Das nächste Gennßhenkherfest findet vom 6. bis 8. August 2010 statt.