Grenzen zu erkennen und zu wahren, ist von zentraler Bedeutung – nicht nur im persönlichen Bereich, sondern auch im Hinblick auf Besitz und Eigentum. Um diese Grenzen zu sichern, gibt es in Bayern seit dem 13. Jahrhundert das Amt der Feldgeschworenen. Es zählt zu den ältesten noch bestehenden Ämtern der kommunalen Selbstverwaltung und wird traditionell auf Lebenszeit ausgeübt. Auch im Markt Schierling sind insgesamt zwölf Feldgeschworene als „Hüter der Grenzen“ im Einsatz.

Im Rahmen einer feierlichen Zeremonie im Alten Schulhaus verabschiedete Bürgermeister Christian Kiendl in dieser Woche zwei langjährige Feldgeschworene aus ihrem Amt. Thomas Scheuerer war seit dem 17. März 2010 als Feldgeschworener tätig und verantwortete bis zum 3. März 2026 die Grundstücksgrenzen und Flurstücke in Birnbach und Wahlsdorf. Ebenfalls verabschiedet wurde Paul Kimpfbeck, der dieses Amt vom 20. Mai 2003 bis zum 3. März 2026 ausübte und für Inkofen zuständig war. Krankheitsbedingt konnte er an der Verabschiedung leider nicht persönlich teilnehmen. In seiner Rede dankte Bürgermeister Kiendl den scheidenden Feldgeschworenen herzlich für ihren langjährigen und vorbildlichen Einsatz. „Das Amt eines Feldgeschworenen berührt nicht nur Eigentumsverhältnisse, sondern auch Vertrauen und Verlässlichkeit. Es steht außer Frage, dass Sie stets in diesem Sinne gehandelt haben“, betonte der Bürgermeister. Als Zeichen der Anerkennung überreichte er Thomas Scheuerer eine Urkunde sowie einen „Schierlinger Korb“, ein traditionelles Geschenk, das besonderen Anlässen vorbehalten ist.

Gleichzeitig zeigte sich Bürgermeister Kiendl erfreut, dass mit Johann Rogl und Reinhard Furthmeier nahtlos zwei Nachfolger gefunden werden konnten, die diese Tradition fortführen und die Gruppe der Feldgeschworenen im Markt Schierling wieder komplettieren. Die neuen Feldgeschworenen legten im Alten Schulhaus ihren Eid ab und wurden in das sogenannte „Siebenergeheimnis“ eingeweiht. Johann Rogl übernimmt künftig die Verantwortung für die Grundstücksgrenzen und Flurstücke in Birnbach und Wahlsdorf. Reinhard Furthmeier kümmert sich ab jetzt um die Belange in Inkofen.

Die Feldgeschworenen erfüllen eine wichtige Aufgabe bei der Markierung und Überwachung von Grundstücksgrenzen. Sie verwenden geheime Zeichen, die sogenannten „Siebenerzeichen“, die ausschließlich den Feldgeschworenen bekannt sind. Diese aus dauerhaftem Material hergestellten Zeichen werden an Grenzsteinen angebracht, um mögliche Grenzveränderungen zu dokumentieren. Das Ehrenamt der Feldgeschworenen ist auf Lebenszeit angelegt: Auch wenn sie den aktiven Dienst nicht mehr ausführen können, bleiben sie bis zu ihrem Lebensende in ihrem Amt.

Bilder:

01: Thomas Scheuerer erhält als Zeichen der Anerkennung für seinen langjährigen Einsatz die Dankurkunde von Bürgermeister Christian Kiendl.
02+03: Bürgermeister Christian Kiendl bei der feierlichen Vereidigung von Johann Rogl und Reinhard Furthmeier als neue Feldgeschworene im Alten Schulhaus.
03: Die Feldgeschworenen des Marktes Schierling versammeln sich zum Gruppenbild nach der feierlichen Zeremonie.