siehe Bericht Schlimmes Inferno drohte


Chronik

    1. Das Munitionshauptdepot Schierling wurde im Jahre 1937 als „Luftmunitionsanstalt“ gebaut und 1938 in Betrieb genommen.
      • Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahmen amerikanische Truppen das Gelände und räumten es. In der Folgezeit siedelten sich auf dem Gelände einige kleine Gewerbebetriebe an.
      • Im Zuge der Aufstellung der Bundeswehr wurde das Munitionsdepot Schierling Mitte 1956 in Betrieb genommen.
      • Es bestand bis Ende 2009, ehe es im Zuge einer Bundeswehrreform aufgelöst wurde. Über eine lange Zeit hinweg waren über 200 Leute im Depot beschäftigt, im Jahre 2005 noch 70 und im Jahre 2009 noch 20. Zuletzt waren 180 Truppenteile aus 120 Standorten mit Munition beliefert worden.
    2. Der letzte Depot-Kommandant Oberstleutnant Neubert hat beim Auflösungsappell am 8. Oktober 2009 einen knappen Abriss über die Geschichte des Depots gegeben, der hier nachzulesen ist: 
      Ansprache von Oberstleutnant Neubert zum Auflösungsapell

    3. Im Depot wurde eine umfangreiche Chronik erstellt, und zwar 1987 vom damaligen Hauptfeldwebel Christian Marbach. Hauptfeldwebel Mathias Voigt hat sie im Jahre 2006 zum Tag der offenen Tür ergänzt und später auch fortgeführt.
      Mit seiner Zustimmung wird hier der Band 1 auszugsweise veröffentlicht. Er enthält insbesondere Informationen und Fotos vom Aufbau des Depots in den Jahren 1937/38, sowie von der Übernahme des Depots durch die Amerikaner mit detaillierten Berichten zur angetroffenen Munition, deren Abtransport bzw. Beseitigung.

Titelbild der Muna-Chronik
Christian Marbach, 1987 / Mathias Vogt, 2006

 
 
 

Auflösung

Lange wehrten sich die beiden Gemeinden Schierling und Langquaid gegen eine Auflösung des Depots. Dazu wurden z.B. die örtlich zuständigen Abgeordneten zur Detailinformation eingeladen, siehe Bericht vom 05.02.2004: Munitionsdepot nicht auflösen!

Die Auflösung fand dann im Oktober 2009 statt,
siehe Bericht vom 12.10.2009: Munitionshauptdepot Schierling aufgelöst

Altlasten (und Haftung)

Nach der Auflösung des Munitionshauptdepots und während der Diskussion über mögliche Nachnutzungskonzepte wurde (vor allem im Jahre 2011) von verschiedenen Seiten die Behauptung aufgestellt, die beiden Gemeinden seien in der Haftung für eventuelle Altlasten. Sie stellte sich als Fehlinformation heraus. Denn nach dem Bundesbodenschutzgesetz gibt es eine klare Hierarchie der Haftung. Darin kommen die Gemeinden nicht vor. Auch eine Haftung aus einem Bauleitplanungsprozess heraus kann ausgeschlossen werden, da sich die Gemeinden streng an die öffentlich-rechtlichen Vorgaben halten.

In all den Jahren ist ein schier undurchschaubares Gewirr an vorbereitenden Untersuchungen, vertiefenden Untersuchungen usw. empfohlen, angeordnet und durchgeführt worden. Gefunden wurde in all den Jahren außer einer leeren Bombenhülle nichts. Im Jahre 2011 war von 11 „Hotspots“ die Rede gewesen. Nachdem sich diese nach Untersuchungen als ungefährlich herausgestellt hatten, wurden plötzlich 168 (!) Verdachtsflächen ermittelt. Von denen blieben dann im ersten Halbjahr 2018 gerade einmal 13 übrig. Später waren es noch fünf.

Nachnutzung

Das rund 176 Hektar große Areal des ehemaligen Munitionshauptdepots Schierling liegt auf dem Gebiet der Marktgemeinden Schierling und Langquaid. Bereits unmittelbar nach dem Beschluss des Bundes, das Depot zum Ende des Jahres 2009 aufzulösen, war vereinbart worden, dass - im Sinne einer interkommunalen Zusammenarbeit – über die künftige Nutzung gemeinsam beraten und entschieden wird. Seitdem standen die beiden Gemeinden in einem sehr intensiven Dialog.

Die beiden Gemeinden waren sich darin einig, dass das Gelände auch künftig einer Nutzung zugeführt wird, mit der

  • möglichst neue Arbeitsplätze geschaffen werden, um den Arbeitsplatzverlust durch die Auflösung des Depots auszugleichen,
  • das Gelände insgesamt nachhaltig ein positives Image behält,
  • die einheimische Bevölkerung auch einen Nutzen davon hat, etwa durch mögliche Freizeitangebote, und
  • auf Dauer für beide Gemeinden Steuereinnahmen gesichert sind.

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) hatte das Gelände zum Verkauf ausgeschrieben. Es war zwischen den beiden Gemeinden und der BImA vereinbart worden, dass die Gemeinden ihre Ziele und Vorstellungen formulieren, und dass ein Verkauf nicht gegen den Willen der Gemeinden erfolgen wird.

Die beiden Gemeinden Schierling und Langquaid hatten sich mündlich darauf verständigt, für die Nachnutzung eine gemeinsame Lösung anzustreben, wenngleich die Muna etwa zu 70 Prozent auf dem Gemeindegebiet von Schierling und zu 30 Prozent auf dem Gemeindegebiet von Langquaid liegt.

Inzwischen ist diese Kooperation auch in einen schriftlichen Vertrag gegossen worden. Nutzen und Lasten aus dem gesamten Bereich des ehemaligen Depots werden zwischen den beiden Gemeinden jeweils zur Hälfte aufgeteilt.

Schon 2012 hatten sich Schierling und Langquaid auf das Nutzungskonzept des Brennberger Unternehmers Ernst Aumer verständigt, was allerdings (bis jetzt) nicht verwirklicht werden konnte, weil die BImA das Gelände nicht veräußert hat. Ca. 16.000 Quadratmeter nutzbare Gebäudeflächen verkommen seit rund 10 Jahren (siehe Bericht vom 07.10.2012: Verkauf der MUNA steht bevor).

siehe VENO 4.0 Schierling-Langquaid